The dragon's lair

A personal collection of verse

Faust I 1544-1571

Johann Wolfgang von Goethe


The earth’s a prison—one can’t get away
From it, whatever clothes one wears.
I’m still too young to lack desires,
Not young enough now for mere play.
What satisfaction can life hold?
Do without, do without! That old
Command pursues us down the years
Endlessly echoing in our ears—
The same old hoarse repeated song
Heard hour by hour our whole life long!
With each new dawn I wake aghast,
My eyes with bitter tears are filled
To think that when this day has passed
I’ll not have had one single wish fulfilled,
That even my presentiments of joy
Will die of nagging scruples, and life’s mess
Of trivial impediments destroy
My active soul’s creativeness.
When the night falls, I seek my bed
With anxious fears, with many a sigh,
But find no peace: with sights of dread
Wild dreams torment me as I lie.
And though a god lives in my heart,
Though all my powers waken at his word,
Though he can move my every inmost part—
Yet nothing in the outer world is stirred.
Thus by existence tortured and oppressed
I crave for death, I long for rest.

translated by: David Luke

Faust I 1544-1571

Johann Wolfgang von Goethe


In jedem Kleide werd ich wohl die Pein
Des engen Erdelebens fühlen.
Ich bin zu alt, um nur zu spielen,
Zu jung, um ohne Wunsch zu sein.
Was kann die Welt mir wohl gewähren?
Entbehren sollst du! sollst entbehren!
Das ist der ewige Gesang,
Der jedem an die Ohren klingt,
Den, unser ganzes Leben lang,
Uns heiser jede Stunde singt.
Nur mit Entsetzen wach ich morgens auf,
Ich möchte bittre Tränen weinen,
Den Tag zu sehn, der mir in seinem Lauf
Nicht einen Wunsch erfüllen wird, nicht einen,
Der selbst die Ahnung jeder Lust
Mit eigensinnigem Krittel mindert,
Die Schöpfung meiner regen Brust
Mit tausend Lebensfratzen hindert.
Auch muß ich, wenn die Nacht sich niedersenkt,
Mich ängstlich auf das Lager strecken;
Auch da wird keine Rast geschenkt,
Mich werden wilde Träume schrecken.
Der Gott, der mir im Busen wohnt,
Kann tief mein Innerstes erregen;
Der über allen meinen Kräften thront,
Er kann nach außen nichts bewegen;
Und so ist mir das Dasein eine Last,
Der Tod erwünscht, das Leben mir verhaßt.